Urlaub 2015

Unser diesjähriger Urlaub auf Kreta gestaltete sich etwas anders, als in den Jahren zuvor. Wir haben Ulrikes Tochter Luisa mitgenommen, die uns in der ersten Urlaubswoche begleitete. In der zweiten Woche waren Eddy und Gunda auf der Insel und haben sich ein paar Sehenswürdigkeiten und den Pool im Minos Mare zeigen lassen.

Sowohl Luisa als auch Eddy und Gunda waren das erste Mal auf der Insel. Das gab uns natürlich Gelegenheit, viele schöne Orte anzufahren, die wir zwar bereits kannten, die es aber immer wieder wert sind, besucht zu werden. Wie immer saßen wir dabei in unserem Jeep und ließen uns bei schönstem Wetter über Haupt- und Nebenstrecken zu unseren Zielen treiben.

Da der Jeep Raum für vier Personen Platz bietet, haben wir bereits in der ersten Woche mit Michael eine Tour über die Insel unternommen. Dabei haben wir, wie immer, die viel befahrenen Touristen-Strecken verlassen und sind über Schotterpisten und Eselspfaden an verschiedene Orte an der Südküste gefahren.

Das eigentliche Urlaubs-Feeling durfte für Luisa natürlich nicht zu kurz kommen, also war nachmittags Strand oder Pool angesagt, bevor wir dann abends unsere Stamm-Restaurants aufgesucht haben und i.d.R. zusammen mit Ingo gegessen haben. Da Luisa sich bei uns bereits fürs nächste Jahr angemeldet hat, scheint auch ihr Kreta und unsere Art der Urlaubsgestaltung gefallen zu haben.

In der zweiten Woche waren dann mein langjähriger Freund Eddy mit seiner Frau Gunda auf der Insel. Auch sie bekamen einige unserer Lieblingsstrecken und -ziele zu sehen, verbrachten viele Stunden am Pool und genossen mit uns die kulinarischen Köstlichkeiten in verschiedenen Restaurants.

Nachdem wir nach acht Tagen Eddy und Gunda zum Flughafen gebracht hatten, waren wir die letzte Woche für uns. Wir wollten natürlich noch einige lohnenswerte Strecken und Orte auf Kreta kennen lernen, also baten wir erneut Michael einschließlich seiner Frau Elke, noch ein paar Routen auszuarbeiten. Das ließen sich die Beiden nicht zweimal sagen. In unserer letzten Urlaubswoche haben wir zwei grandiose Jeep-Ausflüge unternommen.

Unsere erste Tour führte uns zum verlassenen Kloster Profitis Ιlias in der Ortsgemeinde Roustika, ca. 20 km süd-westlich von Rethymnon. Wir haben Michael und Elke um 9 Uhr in Pigi abgeholt und Michael führte uns über einige verschlungene Pfade an unser erstes Ziel.

Das Kloster befindet sich in einem sehr guten Zustand und man möchte nicht glauben, dass dort keine Mönche mehr leben. Leider gibt das Internet nicht viel her, bis auf einige wenig aussagekräftige Anmerkungen in Wikipedia. Aber ich will Euch ja auch keinen Geschichtsunterricht erteilen, schaut Euch die Fotos an, da habt Ihr mehr von.

Vom Kloster ging es zu dem verlassenen Bergdorf Nisi (= Insel).

"Frente" beschreibt Nisi auf seiner Website (https://sites.google.com/site/kretadoku/Home/nisi) als "Insel zwischen zwei Schluchten". Man vermutet, dass das Dorf während der Regenzeit im Winter von seiner Umwelt abgeschnitten war, daher wohl der Name.

Wenn man sich auf die Recherchen von Frente bezieht, ist die letzte Einwohnerin dieses Dorfes Ende der 1980er Jahre verstorben. Seitdem steht das Dorf leer und verfällt zusehends. Lediglich die Friedhofskapelle "Agios Giorgos" befindet sich noch in einem gut erhaltenen Zustand.

Bei Patsianos, ca. 700 Meter hoch gelegen, machten wir einen kurzen Stopp, um aus dieser Höhe mit den Augen den Serpentinen zur Südküste zu folgen.

Kurz vor Kallikratis, ca. 2 km nord-westlich von Frangokastello, machten wir in Janninas Kafenion Rast und stärkten uns mit einem sehr leckeren Bio-Frappé. Sogar Ulrike war von diesem aufmunternden Erfrischungsgetränk begeistert, obwohl sie sonst dem Frappé nichts abgewinnen kann.

Es ging weiter Richtung Süden. Als wir uns der Küste näherten, verließen wir den Asphalt und fuhren wieder auf unbefestigten Wegen in Richtung Osten an der Südküste entlang. An einer unmittelbar am Libyschen Meer gelegenen Taverna machten wir eine letzte Rast, versorgten uns mit Getränken und fuhren dann weiter die Küste entlang.

Irgendwann bogen wir in Richtung Nord-Osten und fuhren durch die Kourtaliotiko Schlucht Richtung Rethymnon. Am späten Nachmittag wieder in Pigi angekommen, füllten wir unseren Wasserhaushalt bei Elke und Michael noch einmal auf und fuhren dann in unsere Unterkunft. Es war ein unvergesslicher Tag mit unauslöschlichen Eindrücken!

Unsere letzte Tour hatte zwei Ziele: das Kloster Agia Irini und der Hausberg von Reythmnon, der "Vrysinas".

Die Abtei der Heiligen Irene wurde während der Aufstände gegen die osmanische Herrschaft 1866 zerstört und lag seitdem brach; im Jahr 1989 wurde sie restauriert und ist heute auch wieder bewohnt. Das Nonnenkloster beherbergt ein kleines kirchliches Museum. Außerdem werden Ikonen, Textilien und Handarbeiten der Nonnen zum Verkauf angeboten (Quelle: wikipedia).

Da man Michael (selbstverständlich) auch hier kannte, erhielten wir eine kurze private Führung durchs Kloster und machten uns schon bald auf zu unserer zweiten und letzten Etappe.

Es ging zum Hausberg Rethymnons, dem Vrysinas. Dank unseres Jeeps war es möglich, fast bis zum Gipfel, gut 800 Meter über Retymnon, vorzufahren. "Von dort aus sind es nur ca. 100 Meter bis zum Gipfel", klärte Michael uns auf, vergaß allerding zu sagen, dass er Höhenmeter gemeint hatte.

So schlimm war der Aufstieg dann aber doch nicht. Es ging ca. 20 Minuten über Felsen und Gestrüpp, bis wir dann vor der Kapelle " Agios Pneumatos" (Heiliger Geist) standen und den herrlichen Ausblick über die Berge und über Rethymnon genießen konnten.

Der Urlaub neigte sich dem Ende zu. Wir haben dann noch uns und den "Friends of Animals" einen Gefallen getan und unseren Rückflug umgebucht. Ursprünglich ging der Flug nach 22 Uhr ab Iraklion nach Hannover, wir wären also nicht vor 4 Uhr morgens zu Hause gewesen. Letztendlich sind wir 12 Stunden früher ab Chania geflogen und haben auch noch einen Welpen mitgenommen.

Es war wie immer ein traumhafter Urlaub und wir werden die nächsten 49 Woche davon zehren müssen.

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Stand: 13.08.2017