Georgsmarienhütte

Fährt man auf der A1 von Bremen kommend Richtung Süden, kommt man ungefähr bei Bramsche in die Ausläufer des Wiehengebirges, hält sich weiter südwärts in Richtung Osnabrück, biegt am Lotter Kreuz auf die A30 in Richtung Osten und kommt dann über die AS Osnabrück-Sutthausen oder Osnabrück-Nahne nach Georgsmarienhütte an den nördlichen Ausläufern des Teutoburger Waldes.

Jetzt seid ihr in meiner Heimat, hier bin ich aufgewachsen.

Okay, das ist nicht ganz richtig, denn die ersten sechs Jahre meines Lebens habe ich in Osnabrück verbracht, aber an die kann ich mich naturgemäß nicht erinnern.

Wie bereits erwähnt, grenzt Georgsmarienhütte, oder kurz GM-Hütte, im Süden am Teutoburger Wald. Nicht verwunderlich also, dass ich in meiner Kindheit im Wald gespielt habe. Butzen bauen, Schlitten fahren, heimlich rauchen und der erste Kuss, alles geschah im nahe gelegenen Wald.

Die Stadt Georgsmarienhütte existiert es erst seit dem 19.09.1970. Davor gab es die Ortsteile Georgsmarienütte, Oesede, Kloster Oesede, Harderberg, Holzhausen und Holsten-Mündrup. Im Rahmen einer Gebietsreform wurden die Ortsteile zur Stadt Georgsmarienhütte zusammengelegt und aus dem Ortsteil Georgsmarienhütte wurde Alt-Georgsmarienhütte.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts tauchte Georgsmarienhütte erstmalig auf Landkarten auf. Der Name leitet sich ab von den Gründern König Georg V. und Königin Marie, das letzte Herrscherpaar des Königreichs Hannover. Die Errichtung eines Werks zur Eisenerzverhüttung bildete den wirtschaftlichen und industriellen Hintergrund. Eine erste Siedlung für die Hüttenarbeiter entstand - und die Entwicklung nahm ihren Lauf.

Heute hat die Stadt, die zum Landkreis Osnabrück gehört, ca. 32.000 Einwohner - und für mich, außer Kindheitserinnerungen, nichts zu bieten. Einen wirklichen Stadtkern und Stadtcharakter gibt es nicht, wo soll er auch herkommen. Man findet nichts Spannendes oder Interessantes, nichts, was einen Ausflug dorthin lohnenswert macht. Kloster Oesede, Harderberg, Holzhausen und Holsten-Mündrup sind damals wie heute Dörfer, die lediglich durch einen entsprechenden Hinweis auf dem Ortseingangsschild als Stadtteil gekennzeichnet sind. Die "City" befindet sich in Oesede mit einer Einkaufsstraße, die allerdings durch eine verkehrsberuhigte Straße durchschnitten wird. Ich denke, da hätten die Städteplaner damals bessere Arbeit leisten können.

Das einzige Highlight (für mich) ist der "Schlemmer-Tempel Lüchtefeld" an der Teutoburger-Wald-Straße in Richtung Bad Iburg. Ich kann mir nicht helfen, aber eine bessere Zigeunerwurst habe ich noch nirgends gegessen.

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Stand: 23.02.2018
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